Trauma sensible Beziehungen - Ein verständnisvoller Ansatz für mehr Verbundenheit
- Sabrina Berger
- 13. Aug.
- 6 Min. Lesezeit
Was bedeutet ein Trauma für die Beziehung? Ein Trauma ist eine tiefgehende emotionale, psychische und/oder körperliche Verletzung, die durch ein sehr belastendes und schockierendes Ereignis verursacht wird. Solche Ereignisse können zum Beispiel Missbrauch, Unfälle, Gewalt, Verluste, Schicksalsschläge oder andere schwere Erfahrungen sein. Traumata können sich auf unterschiedliche Weise zeigen, zum Beispiel durch Gefühle von Angst, Hilflosigkeit, Traurigkeit oder Wut. Manchmal führt es auch zu körperlichen Symptomen oder Verhaltensänderungen. Es ist wichtig zu wissen, dass jeder Mensch unterschiedlich auf traumatische Erlebnisse reagiert. Das persönliche „Trauma-Wesen“ kann dem Betroffenen bekannt sein oder noch gänzlich durch das Unterbewusstsein agieren (Wesenszüge, Muster, Dynamiken, Verhaltensweisen, etc., die sich neurologisch gefestigt haben). Für eine Beziehung bedeutet das, dass der Betroffene im ersten Moment eines Trauma-Flash (Retraumatisierung und Reinszenierung durch Trigger) sein konditioniertes Trauma-Wesen auslebt und vorübergehend nicht willentlich die Person sein kann, die man eigentlich ist. Das „wahre Wesen“ verschwindet hinter dem einst erlebten, die Schutzprogramme fahren hoch und die Emotionen werden zur Achterbahnfahrt. Der im Moment „stabile“ Partner kann nur schwer zum Betroffenen durchdringen und muss die Dauer des Trauma-Schubs abwarten.
Zudem vermischen sich im Gefühlschaos gerne die unterschiedlichen Seelenthemen miteinander und Trauma sensible Paare können schwer benennen, woher ihr Problem eigentlich herrührt. Hier gibt es unterschiedliche Ereignisfelder, wie aus der Vergangenheit und dem Erlebten – meist aus der Vorgeschichte, aus den persönlichen Konditionierungen und Prägungen sowie Trauma Folgeschäden, aus dem Umfeld, durch Introjektion des Gegenübers – das kann u.a. ein Mitleiden oder Ausleben der unterdrückten Gefühle, Werte und Bedürfnisse sein, durch übertriebene Vorstellungen, etc. … und dann gibt es natürlich noch die „echten“ Beziehungsthemen, die sich aus dem gemeinsamen Wachstum heraus bilden.
Trauma in Beziehungen kann zu einer Vielzahl von Problemen führen, darunter Unsicherheiten in der Bindung, Schwierigkeiten in der emotionalen Nähe und das Wiederholen von negativen Mustern aus der Vergangenheit. Eine Person, die Trauma erlebt hat, kann Schwierigkeiten haben, positive Aspekte in der Beziehung zu erkennen und sich in einem gesunden Beziehungsmodell zu bewegen.
Folgende Aspekte sind bei der Betrachtung von Trauma in Beziehungen relevant:
· Bindungstrauma: Menschen mit Bindungstrauma können unsichere Bindungsmuster entwickeln, die sich in Ängstlichkeit oder Vermeidung äußern, was zu einer instabilen Beziehungsdynamik führt.
· Traumabindung: In einer Traumabindung können Opfer und Täter in einer unidirektionalen Beziehung mit einem starken emotionalen Band gefangen sein, auch wenn die Beziehung schädlich ist.
· Trauma und das Beziehungsmodell: Trauma kann dazu führen, dass Menschen in Beziehungsmustern gefangen bleiben, die sie aus ihrer Vergangenheit kennen, was dazu führt, dass sie sich zu ungesunden Partnern hingezogen fühlen.
· Symptome von Trauma in Beziehungen: Trauma kann sich in verschiedenen Symptomen äußern, wie beispielsweise Schlafstörungen, irrationale Ängste, Verschlossenheit, Misstrauen, sozialer Rückzug, Flashbacks, chronischen Schmerzen, Überempfindlichkeit, Regression in kindliche Muster, unkontrollierte Wutausbrüche, Weinerlichkeit bis hin zu depressiven Episoden, etc.
· Heilungswege: Es ist wichtig, sich professionelle Hilfe zu suchen und sich auf den Weg zu einer gesunden Beziehung zu machen, die auf Liebe, Respekt und Vertrauen basiert. Hier kann eine Trauma-Therapie helfen sich dem Erlebten zu stellen, um ein neues, gesundes Selbstbild und nährende Beziehungsmuster aufzubauen.
Trauma sensible Beziehungen sind Beziehungen, die mit besonderer Rücksichtnahme auf die Erfahrungen und Bedürfnisse von Menschen gestaltet werden, die Traumata erlebt haben. Ist das „Trauma-Wesen“ erst einmal ergründet und die damit verbundenen Dynamiken und Muster erkannt, fällt es Betroffenen oft leichter ihr eigenes Handeln anders zu bewerten. Auch der Partner kann innerlich so weit Abstand nehmen, um die Auswirkungen eines Trauma-Schubes nicht mehr persönlich zu nehmen. In einer Trauma sensiblen Beziehung ist es wichtig, ein hohes Maß an Empathie, Geduld und Verständnis zu zeigen. Das bedeutet, dass man die möglichen Auslöser und Reaktionen des Partners oder Freundes kennt und respektiert. Menschen mit Trauma können beispielsweise Schwierigkeiten haben, Vertrauen aufzubauen, Nähe zuzulassen oder sich sicher zu fühlen. Sie könnten auch auf bestimmte Situationen oder Worte überreagieren, weil sie unbewusst an vergangene Erlebnisse erinnert werden.
Ein zentraler Aspekt Trauma sensibler Beziehungen ist die Schaffung eines sicheren Raums. Das heißt, man bemüht sich, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich die betroffene Person geschützt und verstanden fühlt. Kommunikation ist dabei besonders wichtig: Offen, ehrlich und respektvoll zu sein, hilft Missverständnisse zu vermeiden und Vertrauen aufzubauen.
Es ist auch hilfreich Grenzen zu respektieren und die eigene Reaktion auf das Verhalten des Partners oder Freundes zu reflektieren. Geduld ist hier eine große Tugend, denn Heilung und Vertrauen brauchen Zeit. Manchmal kann es auch sinnvoll sein, gemeinsam professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen, etwa durch Therapie oder Beratung, um den Heilungsprozess zu fördern.
Beginne mit folgenden Unterscheidungen:
Was ist MEINS?
· Worin liegt der Ursprung meines Traumas?
= Lebensphase, Situation, Ereignis, Erlebnisse, daraus entstandene Erfahrungen und Glaubens- und Gefühlsmuster, Beteiligte, Ort, Zeit, Häufigkeit, Dauer, etc.
· Wie sehen die daraus entstandenen Trauma-Folgeschäden und Beeinträchtigungen aus?
= Muster, Dynamiken, Persönlichkeitsaspekte, chronische Symptome/Erkrankungen wie Schmerzen, Krämpfe, Migräne, etc., Neuro-Netzwerke, Zellkommunikation, Erlerntes, Konditionierung, Prägungen, etc.
· Wie beeinflusst mein Trauma meine Beziehungen und Sexualleben?
= Bindung, Verbindlichkeit, soziale Interaktion, Vertraulichkeit, Nähe- und Distanz Kultur, Selbstbild, Bezug zum eigenen Körper und Körpergerüchen, Umgang mit Berührungen, etc.
Was ist DEINS?
· Welche Rolle und Rollenmuster werden mir von meinem Partner aufgrund meiner Traumata zugeschrieben?
= Einschätzung meines Wesens, Temperaments, meiner Schwächen- und Stärken, meiner Verhaltensweisen, meine Grenzen, möglicher Wachstumsspielraum, Entwicklungschancen, Persönlichkeitsaspekte und Hintergründe für mein Verhalten, etc.
· Welche Motivation steckt hinter der Bereitschaft mich auf meinem Weg der Trauma Heilung als PartnerIn zu begleiten?
= persönliche Beweggründe, Geschichte und Erfahrungen mit traumatisierten Menschen, Empathie, Einfühlungsvermögen, Mitgefühl, Verständnis aufgrund eigener Erlebnisse und Traumata, Gemeinsamkeiten, selbst mitheilen können, etc.
· Wie können die Grenzen zum jeweils eigenständigen Wesen, der Selbstständigkeit und der Eigenverantwortung gesetzt werden?
= Gegenseitige Begleitung geht in tiefere Bereiche hinein, als wenn der Fokus auf dem „reinen Zusammensein“ liegt. Hier befasst sich das Paar bewusst/unbewusst mit tiefenpsychologischen Aspekten und erarbeitet einen Prozess für ein gelingendes Zusammenleben. Dabei dem jeweiligen Partner seine Freiräume zu lassen und zumutbare Hürden und seelische Schmerzen zuzugestehen, ist eine besondere Herausforderung für das mitfühlende Wesen – wen man liebt, möchte man nicht „im Stich“ lassen und dennoch ist Eigenständigkeit der Schlüssel zum Erfolg auf dem Weg in die unabhängige Stabilität.
Was ist UNSERES?
· Welches Feld hast du dir mit deinem Partner aufgebaut und definiert somit eure Beziehung und das gemeinsame Wachstum?
= spezielle Paardynamiken und Lernaufgaben, gemeinsame Herausforderungen, Hürden und Wege zur Lösungsfindung, Werte, Bedürfnisse, Rituale, Regeln, Exklusivität, Paargeheimnisse, Liebesmagie, etc.
· Wo soll eure Reise hingehen?
= Perspektive, Vision, Ziele, Pläne, Wünsche, Sicherheit, Absicherung, Stabilität, etc.
· In welcher Form und durch welche besonderen Merkmale können die jeweiligen Traumata in der Beziehung ihren rechtmäßigen und sicheren Platz einnehmen?
= Bennen der besonderen Beziehungssituationen (z.B. Schub-Phase, Down-Spirale, Abtrennungs-Zeit, Rückkopplungs-Moment, Bedürfniserfüllungs-Geschenk, etc.), achtsamer Umgang mit der Seele, Vereinbarungen für das Bewältigen von Übergangsphasen, Umgang mit Schmerzen, Ablehnung, Kränkung, emotionalen Verletzungen, … ja, es können besonders in Trauma-Schüben die Fetzen fliegen und das zuvor friedliche Wesen beginnt zu entgleisen – hier hilft eine ausgeklügelte Versöhnungs- und Wertschätzungs-Kultur etc.
Beginne mit der Differenzierung deiner inneren Impulse und bestimme ihren Ursprung bzw. ihr Wirkungsfeld. Durch die Zuordnung kannst du klar erkennen, was priorisiert werden und nach der Reihe Aufgearbeitet und Behandelt werden darf. Du kannst dich nicht um alles auf einmal kümmern, selbst, wenn du es möchtest!


Ein wichtiger Schritt ist es, offen und ehrlich miteinander zu kommunizieren. Es ist hilfreich, zuzuhören, ohne zu urteilen oder zu bewerten, die Gefühle und Erfahrungen des Partners sollten ernstgenommen und damit verbundene Ängste, Bedenken und Unsicherheiten akzeptiert werden. Man sollte sich bewusst sein, dass bestimmte Situationen, Worte oder Verhaltensweisen Trigger sein können, die alte Schmerzen wieder aufleben lassen. Deshalb ist es wichtig, aufmerksam zu sein und auf die Bedürfnisse des anderen einzugehen. Gemeinsam ausgearbeitete Rituale und Verhaltensvereinbarungen können helfen die üblichen Dynamiken zu durchbrechen, damit ein sich wieder Annähern leichter und schneller möglich wird. Heilung braucht Zeit und es ist normal, dass es Rückschläge gibt. Es ist hilfreich, gemeinsam Grenzen zu setzen und diese zu respektieren, aber auch, sofern beide damit einverstanden sind, Grenzen auszutesten und ein Stück zu überschreiten, sofern sich die Grenzüberschreitung interessant und heilsam anfühlt – hier sollten eine gesunde Neugierde und die Lust Neues zu entdecken gegeben sein.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, Selbstfürsorge zu praktizieren. Auch der unterstützende Partner sollte auf seine eigenen Gefühle und Grenzen achten, um eine gesunde Balance zu bewahren. Eine Beziehung auf Augenhöhe hilft zudem dabei aus möglichen „Opfer-Täter-Fallen“ auszusteigen (z.B., wenn Sex mit Krämpfen verbunden ist, der Partner seine Potenz leben möchte und dies Ängste auslöst, Ablehnung und Verschlossenheit als Mittel zum Zweck missbraucht wird, etc.). Letztlich geht es darum, eine Beziehung zu pflegen, die auf gegenseitigem Respekt, Vertrauen und Verständnis basiert. Das schafft nicht nur Sicherheit, sondern auch die Möglichkeit für beide, gemeinsam zu wachsen und Heilung zu finden.
Affirmation: „Ich öffne mich meinem vollen tantrischen Potenzial und lade bedingungslose Liebe in meine Zellen sowie meine Beziehungen ein! Mein Erlebtes hilft mir dabei neue Pfade zu entdecken und an den damit verbundenen Herausforderungen zu wachsen. So kann ich ein besonders empfindsames, sinnliches und empathisches Wesen sein! Ich ernenne meine Beziehungen zur Schutz-, Heil- und Wachstums-Zone!“
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