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Was du siehst, ist nicht real – die Neurowissenschaft zeigt auf, wie das Gehirn die Realität und Wirklichkeit erschafft

Hast du dich schon einmal gefragt, warum jeder Mensch seine eigene "Realität" zu besitzen scheint? Warum wir manchmal nur das sehen, was wir sehen wollen? Und teilweise nicht unterschiedlicher in unserer individuellen Wahrnehmung sein können? Manchmal scheint es schwer unseren Mitmenschen zu vermitteln, was wir erlebt und wahrgenommen haben, obwohl wir eine Situation miteinander zu selben Zeit, am selben Ort, erlebten. Mich beschäftigen die Fragen: "Warum nehmen wir unterschiedlich wahr und wodurch entsteht unsere persönliche Realität?" Die Verarbeitung von Sinnesreizen im Gehirn beginnt mit spezialisierten Rezeptoren in den Sinnesorganen, die Umweltreize wie Licht, Ton oder Druck in elektrochemische Signale umwandeln. Diese Signale werden über Nervenbahnen zum zentralen Nervensystem geleitet, wo das Gehirn sie in spezifischen Arealen der Großhirnrinde verarbeitet, interpretiert und mit Erfahrungen verknüpft, um eine bewusste Wahrnehmung und Reaktion zu ermöglichen. Höhere Verarbeitungsstufen, die im Frontallappen lokalisiert sind, kombinieren und filtern die Sinneseindrücke je nach Kontext.

 

1.      Sinnesreize kommen aus unserer Umwelt herein (Inputs äußerer Einflüsse). Dabei bleibt das für uns wesentliche, bedeutungsvolle, emotional behaftete, reizvolle und mobilisierende im Tagesbewusstsein zur weiteren geistigen Verarbeitung hängen. Irrelevante oder zu wenig „attraktive“ Impulse werden sofort ins Unterbewusstsein transportiert und auf einer tieferen Sinnesebene verarbeitet.


2.      Unser Gehirn beginnt ein Puzzle aus Impulsen der äußeren Realität, aufgenommen durch Sinnesreize und unsere Sinnesverarbeitung, mit bereits vorhandenen neuronalen Erinnerungen, Erfahrung, Prägungen, Konditionierungen, Annahmen, Glaubensmuster und Empfindungen (innere Realität) zu errichten. Ein Bild unserer persönlichen Wirklichkeit/Realität und somit ein persönliches „Modell unserer Welt“, entsteht.


3.      Nun geht es vordergründig um das Überleben und Sicherheit in dieser Welt! Das Gehirn ist damit beschäftigt Vorhersagen zu kreieren, ganz nach dem Motto: "Es soll so kommen, wie ich es vermute, kenne und öfter erlebt habe, denn in dieser Welt fühle ich mich sicher und weiß, was zu tun ist!" Über diesen Prozess baue ich meine festen Überzeugungen auf, wie die Welt für mich ist und ich mich in dieser zurechtfinde, funktioniere und mein Überleben gesichert ist (Überlebensstrategien).


4.      "Was ist, wenn es doch anders kommt als gedacht?" Unser Gehirn verfügt über einen „Filtern für Vorhersagefehler-Signale". Wir werden mit unserer Unsicherheit und Angst konfrontiert, was unangenehm ist und rasch vermieden werden soll (beispielsweise mit Schock Erfahrungen, Trauma, innerem Chaos, Kontrollverlust, etc.). Unvorhersehbarkeit stellt eine potenzielle Gefahr, Stress und eine Reduktion meiner Überlebenschancen dar. "Wie soll ich also damit umgehen?" Eine neue, noch bessere Strategie muss sofort kreiert werden, um die Kontrolle zurückzugewinnen!


5.      Das Gehirn beginnt mit dem Erschaffen eines Erklärungsmodells, warum die Vorhersage fehlgeschlagen ist, damit wir wieder ein Gefühl von Kontrolle über die Situation erlangen. Hier können sich erste paranoide Gedanken aufbauen. Die Bedeutung von Nichtigkeit erhöht sich, wir beginnen willkürlich Zusammenhänge zu deuten, wir halten an unserer gewohnten Funktionalität fest, ganz nach dem Motto: "Es muss so bleiben, wie es immer war, damit meine Welt ihr Fundament behält", und versuchen das Neue zu verdrängen (= nicht wahrhaben wollen als Ausdruck von Überforderung). Dieser Prozess kann ein flüchtiger Moment des Verdrängens, voller Ausreden, Ausflüchte und Erklärungsversuche werden, aber bietet auch Potenzial für Hysterie und wahnhafte Angstzustände, bis zu einer Psychose.


6.      Die Grenze, ab wann Vorstellungen pathologisch wahnhaft sind, ist nicht so einfach zu beantworten! Beginnen wir mit dem vermehrten Verteidigen von wahnhaften Überzeugungen und irrationalen Handlungen, könnte unsere psychische Gesundheit darunter leiden. Unsere Psyche ist zudem hochintelligent und versucht über diese Aktionen einen Anker bzw. Schutz vor einem nervlichen Zusammenbruch zu schaffen. Solange ich meinem Wahn nachgebe, bin ich noch funktional und mein Überleben könnte noch länger bestehen bleiben. Wir kämpfen um unsere altbewährte Realität und bleiben so im Prozess des Gefühls der Selbstwirksamkeit und Handlungsfähigkeit. Ist die Überzeugung der eigenen Realität erst einmal festgefahren, dringen unsere

Mitmenschen nur schwer zu uns durch. Was nicht unserem Weltbild entspricht, wird abgelehnt. So können auch Konflikte in Beziehungen an einen Punkt gelangen, wo ein Miteinander nicht mehr möglich ist.


Unsere Wahrnehmungsebenen:

INTEROZEPTION: Empfindung für den inneren Zustand des Körpers.

PROPRIOZEPTION: Empfindung der Körperposition, Bewegung und Gleichgewicht.

EXTEROZEPTION: Empfindung von Stimuli ausserhalb des Körpers.

NEUROZEPTION: Unterbewusste neuronale Prozesse der Wahrnehmung von Gefahr, Bedrohung oder Sicherheit.

MEDIALER KANAL: Energetische, feinstoffliche und multidimensionale Wahrnehmung von weiteren Seins-Ebenen.


"Für ein konstruktives Miteinander benötigen wir einen offenen Geist (Neugierde), ein erweiterungsfähiges Bewusstsein (Lernen) und ein aufnahmefähiges Herz (Gefühle und Emotionen) für neue Impulse."

 


Wahn- und Schizophrenie Phasen (nach dem deutschen Neurologen und Psychiater Klaus Conrad, er lieferte wichtige Beiträge zur Neurophysiologie und Psychopathologie, geb. 19. Juni 1905 in Librec, Tschechien, aus dem Buch „Die beginnende Schizophrenie“, erschienen in den 1950er-Jahren)

 

  1. Trema-Phase: beginnende Anspannung, Unsicherheit, Unruhe, Unwohlsein, Nervosität, Gefühl, das etwas Negatives in der Luft liegt. Betroffene fühlen sich besonders in öffentlichen Räumen bedrängt, überfordert und angespannt.


  2. Prodromal-Phase: dies ist die frühe Phase, in der subtile Veränderungen auftreten, wie z.B. Rückzug, Schwierigkeiten im Denken oder veränderte Wahrnehmungen.


  3. Apophänie-Phase: Offenbarwerdung, Aha-Erlebnisse, Wahn-Bestätigung und Erklärungsversuche, abnormes Bedeutungserleben (Zeichen, Auffälligkeit, Signal, Botschaft, Bestätigung, etc. in allem sehen, siehe "aberrante Salienz"), Paranoia, totale Wachsamkeit und Verschwörungstheorien. Betroffene bauen sich ihre eigene Wirklichkeit, als Versuch, wieder Kontrolle über ihr Leben zu erlangen. Hier ist jedes Mittel Recht, um einen möglichen Zusammenbruch abzuwenden.


  4. Aberrante Salienz-Phase: Zuschreibung einer übertriebenen Bedeutung und/oder Wichtigkeit für eigentlich unwichtige Reize, die im Alltag keine große Aufmerksamkeit benötigen, Zusammenhänge aufbauen, wo keine sind, mangelnde Reiz- und Affektkontrolle sowie Sinnesüberreizung (zentraler Mechanismus bei der Entstehung von psychotischen Symptomen wie Halluzinationen, Wahnvorstellungen und bei Erkrankungen wie Schizophrenie).


  5. Epistemische Irrationalität-Phase: Zustand, eine Überzeugung zu haben, die nicht durch ausreichende Beweise gestützt wird oder nicht auf Gegenbeweise reagiert. Dies geschieht, wenn die Gründe für die Überzeugung nicht stichhaltig sind oder wenn sie nicht in Übereinstimmung mit den verfügbaren Beweisen steht. Ursachen dafür sind oft kognitive Verzerrungen, Vorurteile und/oder Gruppendynamiken.


  6. Akute-Phase: in dieser Phase sind die psychotischen Symptome wie Halluzinationen, Wahnvorstellungen und/oder starke Verwirrung am stärksten ausgeprägt.


  7. Kognitive Dissonanz-Phase: unangenehmer innerer Spannungszustand, der entsteht, wenn zwei oder mehr widersprüchliche Gedanken, Überzeugungen, Einstellungen oder Werte gleichzeitig vorhanden sind (z.B. durch das Annehmen anderer Meinungen/Diagnosen). Dieser psychologische Zustand tritt häufig auf, wenn das Verhalten einer Person nicht mit ihren Überzeugungen übereinstimmt, beispielsweise wenn sie weiß, dass Rauchen schädlich ist, aber trotzdem raucht. Um dieses Unbehagen zu reduzieren, versucht man, die Dissonanz zu verringern, indem man das Verhalten ändert, die widersprüchlichen Gedanken rechtfertigt oder die Bedeutung des Problems herunterspielt.


  8. Erholungs-Phase: nach der akuten Phase folgt eine Phase, in der sich die Symptome allmählich bessern und die Person beginnt, wieder in die Realität zurückzufinden. Die Erholungs-Phase kann je nach individueller Situation sehr unterschiedlich lang sein.

 

„Ob nun rationales oder irrationales Denken, unsere Überzeugungen sind Hypothesen und persönliche Realitäts-Konstrukte, die uns helfen, uns einen Reim auf die Ungereimtheiten in der Außenwelt um uns herum zu machen.“ (Prof. Dr. med. Philipp Sterzer, Buch „Die Illusion der Vernunft“, 2024, Ullstein Verlag)

 


Wie sieht es mit unseren natürlichen, aber eingeschränkten Wahrnehmungen aus? Es ist nicht alles „real“, was du siehst:

 

Fakt 1: Die Aussage, dass Farbe nicht existiert, ist philosophisch korrekt, da sie eine Illusion des Gehirns ist: Farbe entsteht erst im Gehirn durch die Interpretation von Lichtwellen durch unsere Augen und das visuelle System. Objekte selbst haben keine Farbe, sondern reflektieren bestimmte Lichtwellenlängen, die dann vom Gehirn als Farben interpretiert werden. Ohne Licht und ohne ein Gehirn, das dies verarbeiten kann, gibt es keine Farbe.

 

Fakt 2: Nur etwa zwei Grad deines gesamten Sichtfelds sind zu jedem Zeitpunkt wirklich scharf (Fokus). Der Rest ist verschwommen oder befindet sich außerhalb deines Sichtfelds (blinder Fleck). Hier nimmst du keine Informationen auf. Dein Gehirn beginnt diese Lücke einfach mit dem aufzufüllen, was es vermutet, dass dort sein müsste (Abgleich vorhandener Neuro-Netzwerke, ähnlich wie bei einem Puzzle aus äußeren und inneren Informationen, das ein stetiges Update der vorhandenen und neuen Daten erhält).

 

Dein Gehirn ist also stetig mit dem Kreieren von Voraussagen und dem Ergänzen von Informationslücken beschäftigt. Das nennt man „predictive processing“ (vorhersagende Verarbeitung).

 

Predictive processing (prädiktive/vorhersagbare Verarbeitung) ist eine Theorie in den Kognitionswissenschaften, die besagt, dass das Gehirn ständig Vorhersagen über eingehende sensorische Informationen trifft und diese mit der tatsächlichen Erfahrung abgleicht, um die Wahrnehmung und das Verhalten zu optimieren. Dabei wird versucht, den sogenannten "prädiktiven Fehler" (prediction error) zu minimieren, der entsteht, wenn die Vorhersage nicht mit der Realität übereinstimmt. Dieses Konzept erklärt, wie das Gehirn lernt und sich an neue Situationen anpasst.

 

Fakt 3: Du siehst die Welt überhaupt nicht mit deinen Augen. Deine Augen nehmen nur Lichtsignale auf, die dann durch dein Gehirn reisen, wo deine Gedanken, Überzeugungen, Emotionen, Erfahrungen und Konditionierungen mit einfließen. Und erst daraus entsteht das Bild, das du siehst und deine individuelle Wahrnehmung deiner Realität.

 

Fakt 4: Wenn also die Realität in deinem Gehirn entsteht, verändert sich deine Realität auch, sobald du deine geistige Einstellung veränderst! Das klingt leichter als getan, und weil mich das Thema so fasziniert, mache ich meine neuromentale Arbeit auch so gerne, denn Klarheit und Bewusstseinserweiterung kann man lernen!


Kennst du das ...

"Ich rede, rede und rede, aber mein Gegenüber versteht mich nicht!"

"Mein Gefühl ist ganz klar und deutlich, ich weiß einfach, um was es geht, und dennoch scheint mein Umfeld betriebsblind zu sein."

"Manchmal fühle ich mich, als stamme ich von einem anderen Planeten! Mich zugehörig fühlen, fällt mir teilweise schwer."

"Lösungen zu finden, klärende Gespräche und Perspektiven sind mir sehr wichtig, dennoch fehlt mir manchmal die Geduld dafür!"

 

Für mich ist jede SEELE ein UNIVERSUM für sich, mit eigenen Naturgesetzen und einer individuellen Realität - es scheint ein WUNDER zu sein, dass wir als KOLLEKTIV ein HARMONISCHES GANZES bilden! Gerne zeige ich dir, wie du wieder spielerischer zur QUINTESSENZ des LEBENS Zugang findest, wodurch sich dein GEIST öffnen und dein BEWUSSTSEIN erweitern kann.

 

Affirmation: „Mit klarer Wahrnehmung öffne ich mein universelles Bewusstsein! Meine Sinne sind wach, mein Geist ist stabil und kraftvoll. In jeder Situation finde ich Klarheit, innere Ruhe und mentale Stärke. Mein Lebensweg bietet mir alle Informationen und Impulse, die ich für sinnstiftende und effiziente Entscheidungen benötige. Mein Geist findet das Wesentliche, Wertvolle und Wahrhaftige, was für mich bestimmt ist, damit ich meine Realität in friedlicher Verbundenheit mit der kollektiven Realität ausleben kann!“

 

Weitere Tipps, Impulse, Anregungen und Botschaften findest du hier:

 

 

 

 
 
 

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